Andrey Shcheglov

    Der  aus  Russland  stammende  Maler  Andrey Shcheglov macht sich seit 1991 in Deutschland und über  die  Landesgrenzen hinaus mit seiner ambitionierten Malerei einen Namen und hat seither in zahlreichen Galerien  und  Institutionen  ausgestellt.

Stilistisch bewegen sich die Arbeiten, die zwischen 1991 und 2002 entstanden sind im Grenzbereich hin zum Surrealismus, wobei sich Shcheglov  keineswegs  inhaltlich-gedanklich dem Surrealismus zuneigt oder  aus  dessen  Manifesten  schöpft.          Velmehr interessiert den Maler der motivische und technische  Umgang  der  Surrealisten  mit Form,  Farbe  und Komposition.   In   allen   Arbeiten,   seien es   kleinformatige Farbstiftzeichnungen oder großformatige Ölgemälde erkennen wir des Künstlers Handschrift in dem akribischen Umgang mit der Farbe. Häufig erscheinen streng konstruierte Farbformen vor  malerischen,  naturalistisch  gestalteten Landschaftsausschnitten, geradeso als würden zwei Herzen in des Künstlers  Brust  pochen  –  das  des Malers und das des Graphikers. Seine Arbeiten zeigen häufig Formvariationen einer Figur, die jedoch vom Betrachter  nicht  ausgedeutet  werden  will  z.B.  als  Mensch  oder  Person.   Vielmehr  sollte  man  die biomorphen   Figurationen   als   Sehanlaß  verstehen  –  quasi  „Hingucker“ ,   um  in  die  Gemälde  und Zeichnungen hineinzutauchen,  sich  von  Farbfläche  zu  Farbfläche  sehend  zu  bewegen.  Das  ist  der Ausgangspunkt der konstruktiven Malerei Shcheglovs.  Er führt  seinen Pinsel  als  würde  er  selber  ein Gemälde betrachten und dabei mit den Augen  von  einem   Farbpunkt   zum anderen wandern und das Gesehene in einer durchgängigen  Linie festhalten. Shcheglov reduziert das Wahrnehmen von Formen  somit  auf  geometrische Flächen, die einender durchdringen und löst die unterschiedlichen Farbvaleur, die wir im allgemeinen beim Betrachten von Bildern ineinander verschmolzen wahrnehmen zugunsten klar abgegrenzter Farbflächen auf.

Shcheglovs Malerei könnte man also  als  einen  Versuch  einer  „gemalten Wahrnehmungstheorie“ bezeichnen. Das er sich dabei  aus  dem  reichen Fundus der Motivik  der Kunstgeschichte  des  20. Jahrhunderts  bedient  tut seinem kreativen Wollen keinen Abbruch.

 

Dr. Susanne Höper-Kuhn  Kunsthistorikerin

 

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Ó A. Shcheglov